Künstlersignaturen setzen eine Stufe von Selbstbewusstsein voraus, die in der griechischen Welt schon im 7. Jahrhundert v. Chr. erreicht wurde, im Orient aber vollständig fehlte. Bei den Griechen tauchten Signaturen in archaischer Zeit auf (ca. 700 v. Chr. bis ca. 500 v. Chr.), als Künstler noch schlicht als Handwerker galten. Damals ging es vor allem darum, bestimmte Erzeugnisse mittels Signatur einer bestimmten Werkstatt zuzuschreiben.
In der klassischen Zeit (ca. 500 v. Chr. bis 336 v. Chr.) waren Künstlersignaturen dann für plastische Werke allgemein üblich. Werke anderer Kunstgattungen hingegen wurden nur zum Teil signiert – etwa wenn sie von besonders herausragenden Künstlern geschaffen worden waren, oder wenn Künstler im Wettbewerb mit anderen Meistern ihr Können demonstrieren wollten.